Gutenberg-Cup 2018

Am vergangenen Wochenende fand der jährlich vom DCJG veranstaltete Gutenberg-Cup in Mainz statt – ein Spaßturnier, das in diesem Jahr sehr entspannt ablief; mit nur drei Vorrunden am Samstag und Halbfinale und Finale am folgenden Tag.

Gleich zwei Mainzer Teams traten an (Alena Haub, Clemens Fucker, Torsten Rössing und Christian Strunck, Noah Leuschen, Michel Hofe), außerdem ein Mixed-Team mit Heidelberg (Sabrina Effenberger, Peter Tekaat, Samuel Gall).

„Das super nervige Team“ mit Peter, Sabrina und Samuel breakte ins Halbfinale. Außerdem redeten für Mainz Christian und Michel als Freie Redner im Halbfinale. Das Thema des Halbfinales lautete: Brauchen wir das Zölibat für Geheimagenten? Zwar schaffte es „Das super nervige Team“ leider nicht ins Finale, doch Sabrina breakte als Freie Rednerin. Das Finalthema lautete: Sollte man Menschen, die Filme, Serien oder andere Medien spoilern, vor Gericht stellen?

Die Sieger des Gutenberg-Cups der Saison 2017/18 kommen aus Münster und Halle. Ein dreifach donnerndes Helau!

Das Turnier gewann schließlich das Mixed-Team aus Münster/Halle „Dick, Doof & Philipp“ (Christoph Saß, Philipp Schmidtke, Jule Biefeld), Christoph Saß wurde bester Finalredner.

 

Die Themen der Vorrunden im Überblick:

VR1: Infoslide: In der Zauberwelt von “Harry Potter” gelten als Minderjährige alle Zauberer und Hexen, die jünger als 17 Jahre sind. Das Zaubern außerhalb von Hogwarts wird momentan vom Ministerium geahndet.
Soll es Minderjährigen erlaubt werden, außerhalb von Hogwarts zu zaubern?

VR2: Infoslide: Um Herakles ranken sich diverse Sagen. Demnach war er der Sohn des Zeus und der Alkmene, Zwillingsbruder des Iphikles, erster Gatte der Megara, zweiter Gatte der Omphale, Gatte der Deianeira und der Auge und nach seinem Tode Gatte der Göttin Hebe, außerdem der Iole und des Abderos und Vater zahlreicher Kinder. Herakles war Vetter und Freund des Oionos, Urgroßvater des Hippotes und des Deiphontes und Vorfahre des Polyphontes. Sein Ziehvater ist Amphitryon. Über die Genealogie seiner Mutter ist er Perseide.
Soll Disneyland seine Unabhängigkeit von den USA erklären?

VR3: Sollte der Regenbogenfisch dem Rat des Oktopus folgen und seine Schuppen mit den anderen Fischen teilen?

 

Heute mal Minister

 

Wenn man aus den Fenstern des Kabinettsaals blickt, sieht man Berlin vor sich liegen. Kirchtürme, den Reichstag, den Fernsehturm. Im Inneren des Saales sitzen jedoch nicht Bundesministerinnen und -minister, sondern ganz normale Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen. Und der Kabinettsaal befindet sich auch nicht in Berlin, sondern in Mainz.

Die Menschen in dem nachgebauten Kabinettsaal nehmen am Planspiel „Bundesregierung“ teil. Ein Großteil der Teilnehmer sind Mitglieder der Debattierclubs Mainz und Frankfurt. Das Planspiel ist Teil der Veranstaltungen rund um den Tag der Deutschen Einheit in Mainz. Der Raum in dem weißen Zelt sieht genauso aus wie der echte Kabinettsaal in Berlin. Nur mit dem Unterschied, dass es deutlich voller ist. Deshalb hat jedes Ministerium gleich mehrere Vertreter. Insbesondere das Bundeskanzleramt ist mit sechs Personen ungewöhnlich stark vertreten. In dieser Kabinettssitzung soll zu zwei Themen ein Gesetzentwurf für das Parlament beschlossen werden:

Sollte eine zusätzliche Steuer auf Fastfood eingeführt werden?
Sollte es eine Pflicht zur anonymen Bewerbung geben?

Nachdem sich die Ministerien nach den Standpunkten der anderen erkundigt haben und sich untereinander abgesprochen haben, beginnt die eigentliche Verhandlung über die Gesetzesentwürfe.
Die läuft zwar ganz anders ab, als man es von Clubdebatten gewöhnt ist. Ein paar Gemeinsamkeiten gibt es aber: Zunächst stellen die Antragsteller ihren Gesetzesentwurf vor. Dann kritisieren die Gegner und greifen Ungenauigkeiten an. Und schließlich bringen die Seiten abwechselnd ihre Argumente vor. Eines ist jedoch genau wie bei jeder OPD- oder BPS-Debatte: Man hat einfach zu wenig Zeit.

Mehrmals ermahnen die Spielleiter die Redner und weisen auf den engen Zeitplan hin. Denn nach dieser Verhandlungsrunde ist gleich die nächste Runde dran. Auch die Vertreter des Kanzleramts versuchen immer wieder, die Verhandlung zu einem Ergebnis zu bringen. Doch die Mainzer und Frankfurter Debattierer, die die meiste Zeit über die Verhandlung dominieren, kommen erst noch in Fahrt. Nach einer weiteren Ermahnung des Spielleiters und einigen ungeduldigen Blicken auf die Uhr, drängt das Kanzleramt zur Abstimmung.

Während der Antrag des Gesundheitsministeriums vorläufig nicht angenommen wird und bis zur nächsten Kabinettsitzung noch präzisiert werden soll, wird der Gesetzesentwurf der Pflicht zur anonymen Bewerbung mit einer relativ eindeutigen Mehrheit angenommen. Damit wurde immerhin einer der Anträge beschlossen – eine Seltenheit bei diesen Planspielen, wie der Spielleiter verrät.