Jurierseminar in Mainz

Reden ist nicht alles – auch Jurieren will gelernt sein!

Eine Debatte besteht zunächst einmal aus Rednern. Doch diese reden nicht für sich selbst, sondern für ein Publikum, das überzeugt werden will. Doch wer bestimmt eigentlich, welches Team und welche Rede überzeugender gewesen ist? Dies leisten die Juroren. Sie erfüllen beim Debattieren vor allem zwei Zwecke:
Einerseits geben sie hilfreiches Verbesserungsfeedback, damit die Redner ihre Fertigkeiten weiter verbessern können. Andererseits machen sie durch eine Bewertung bzw. den direkten Vergleich der Teams einen sportlichen Wettkampf überhaupt erst möglich.

Die Referenten Willy Witthaut und Christian Strunck, beide sehr erfahrene und erfolgreiche Redner und Juroren, vermittelten Jurieranfängern am 30.09. und 01.10., wie man Debatten juriert und den Rednern konstruktives Feedback geben kann.

Neben zahlreichen Debattanten aus Mainz wurden auch Mitglieder befreundeter Debattierclubs aus der Umgebung zum Seminar eingeladen. So durften wir letztlich Mitglieder der Debattierclubs aus aus Frankfurt, Tübingen, Wuppertal und Heidelberg begrüßen. Über das große Interesse an unserem Seminar haben wir uns sehr gefreut und blicken optimistisch und gut vorbereitet dem Start des neuen Semesters entgegen.

Rhetorikworkshop für Studierende in Mainz – Oder was Tennis, Karate und Aquarien gemeinsam haben?

 

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17.11.2012: Samstagmorgen, 10.00 Uhr. Mehr als 70 Studierende der Uni Mainz versammeln sich im RW 2. Sie haben einen der begehrten Plätze des Rhetorikworkshops ergattert, welcher vom Debattierclub Johannes Gutenberg organisiert wird. Als Coaches konnten die professionellen Rhetoriktrainer Marcus Ewald, Torsten Rössing, Marietta Gädeke und Willy Witthaut gewonnen werden.

Am Vormittag geht es vor allem um Sprache und Auftreten. Thorsten Rössing erklärt den Teilnehmern, wie sie Ihre Gestik souverän wirken lassen: Die offene Handhaltung vom Karate kombiniert mit dem starren Handgelenk des Tennisspielers in einem Gestikulationsraum in der Größe eines imaginären Aquariums vor der Brust erzielt die besten Effekte. Auch Sprech- und Lockerungsübungen mit konkreten Tipps gegen Nervosität kennzeichnen den Theorieteil am Vormittag. In der anschließenden Übungsrunde können die Teilnehmer diese Hinweise in Stehgreifreden direkt austesten, wobei sie von den Trainern ausführliches Feedback erhalten.

Nach dem Mittagessen wird es SExI. Der zweite Theorieteil befasst sich mit Argumentationstechniken und Überzeugungskraft. Anhand des SExI-Schemas stellen die Trainer den optimalen Aufbau eines Arguments vor: State – Explain – Illustrate. Auch die verschiedenen Ebenen eines Arguments wie Individuum, Gesellschaft und Moral werden beleuchtet. In der anschließenden Übungsrunde haben die Teilnehmer wieder die Chance, das Erlernte auszuprobieren. Die Kleingruppen teilen sich in eine Pro- und eine Contraseite auf und stellen Argumente zu verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Themen vor. Anschließend sollen sie analysieren, warum die Argumente überzeugend waren – oder auch nicht. Zum Abschluss des Seminars zeigen die Trainer den Teilnehmern die Paradediziplin des Redens: das Debattieren. Mit einer kleinen Showdebatte über die Abschaffung des Urheberrechts endet der erfolgreiche Workshop.

Vielen Dank an Marcus Ewald, Torsten Rössing, Marietta Gädeke und Willy Witthaut für ihr Engagement und einen gelungenen Tag!

 

Text und Bild: Marina Freund